In der vergangenen Woche ist in der Wohnmobilwelt einiges passiert: Deutschland kündigte für den 27. Juli großangelegte Kontrollen von Wohnmobilen und Anhängern auf den Autobahnen A31 und A30 an, in Finnland stellen Besitzer ihre Fahrzeuge wegen der stark gestiegenen Dieselsteuer ab, ein Tornado riss auf den Campingplätzen der kroatischen Insel Lošinj rund fünfzig Kiefern um, und eine brasilianische Werkstatt aus Guarulhos meldete fast 150 umgebaute Volkswagen Kombi.
Das Wichtigste der vergangenen Woche
- Am 27. Juli finden auf den deutschen Autobahnen A31 und A30 großangelegte Kontrollen von Wohnmobilen und Anhängern statt — Anlass war ein Fall in Lippstadt, wo die Polizei ein Wohnmobil ohne Front- und Seitenscheiben aus dem Verkehr zog.
- In Finnland stellen Wohnmobilbesitzer wegen der stark gestiegenen Dieselsteuer ihre Fahrzeuge fast das ganze Jahr ab und holen sie nur für den Sommerurlaub heraus.
- Am 19. Juli gegen 4:30 Uhr morgens zog ein Tornado über die Campingplätze Lopari und Rapoča auf der kroatischen Insel Lošinj und riss etwa 50 Kiefern um; zwei Urlauber wurden mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus in Rijeka gebracht.
- Im texanischen Bandera und Boerne wurde eine Zwangsevakuierung der Wohnmobilparks angeordnet, weil der Medina River und der Cibolo Creek stark angestiegen sind.
- Das brasilianische Unternehmen Namu Kombi Home aus Guarulhos hat fast 150 Volkswagen Kombi zu Wohnmobilen umgebaut und 2024 damit 800.000 Real verdient — gestartet war es mit 8.000 Real Eigenkapital.
Deutschland kontrolliert am 27. Juli Wohnmobile und Anhänger auf der A31 und A30
Am 27. Juli wird die deutsche Polizei großangelegte Kontrollen von Wohnmobilen und Anhängern auf den Autobahnen A31 und A30 durchführen — mitten in der Hochsaison, wenn die norddeutschen Autobahnen voll sind mit Fahrzeugen auf dem Weg zur Küste und zurück. Formaler Anlass war ein Fall in Lippstadt: Am 10. Juli stoppte eine Streife ein Wohnmobil, bei dem weder Frontscheibe noch Seiten- oder Heckscheibe vorhanden waren. Der siebzigjährige Fahrer, der zudem nicht angeschnallt war, erklärte, er habe die Scheiben wegen der Hitze ausgebaut. Das Fahrzeug wurde als nicht verkehrssicher eingestuft, die Weiterfahrt vor Ort untersagt und ein Bußgeld verhängt — im Polizeibericht war von einem „rollenden Schrotthaufen“ die Rede.
Die Geschichte klingt kurios, doch bei solchen Kontrollen geht es nicht um Exoten, sondern um ganz Alltägliches: technischer Zustand, Ladungssicherung, Zustand der Anhängerkupplung und — am häufigsten — Überladung. Genau das Überschreiten der zulässigen Gesamtmasse bleibt der häufigste Verstoß bei Wohnmobilen: Ein voll beladenes Fahrzeug mit Wasser, Gas, Fahrrädern und Vorräten überschreitet leicht die 3,5 Tonnen, ohne dass der Fahrer es ahnt, weil er nie auf einer Waage war. In der Schweiz wog die Polizei bei einer ähnlichen Kontrolle in Stans rund 70 Wohnmobile — bei einem erheblichen Teil davon fand sie Überladung.
Die deutschen Kontrollen sind Teil eines größeren Bildes: Ein Wohnmobil in Europa zu unterhalten wird strenger und teurer zugleich. In Finnland ist seit Jahresbeginn die Dieselsteuer für Wohnmobile stark gestiegen, und Besitzer — etwa Jani Karenlampi aus Kempele — stellen ihre Fahrzeuge fast das ganze Jahr einfach ab und holen sie nur für den Sommerurlaub heraus. In der Schweiz veröffentlichte der Automobilclub TCS Regeln für das Wildcampen und erinnerte daran, dass es kein einheitliches Bundesgesetz gibt: Die Vorschriften unterscheiden sich von Kanton zu Kanton und sogar von Gemeinde zu Gemeinde, und Fehler kosten Bußgeld. Und der niederländische Dienst RDW zählte 5148 Wohnmobile und Wohnwagen in vier Gemeinden der Region Lekstroom und bat die Besitzer, Reifen, Licht und Kupplung vor der Abfahrt zu prüfen — und nicht erst danach.
Was das für Sie bedeutet
Wenn Ihre Route diesen Sommer durch Norddeutschland führt, planen Sie für den 27. Juli etwas Zeitpuffer ein — die Kontrollen auf der A31 und A30 werden den Verkehr unweigerlich verlangsamen. Nützlicher ist aber etwas anderes: sich so vorzubereiten, als würden Sie an jedem beliebigen Tag angehalten. Fahren Sie mit vollständig beladenem Fahrzeug zur nächsten Fahrzeugwaage, genau so, wie Sie tatsächlich unterwegs sind — mit vollem Wassertank, Gas und Fahrrädern; das kostet fast nichts und nimmt Ihnen das größte Risiko. Prüfen Sie Reifendruck und Reifenalter, die Funktion aller Leuchten, den Zustand der Kupplung und die Sicherung von allem, was in der Heckgarage liegt. Führen Sie die Fahrzeugpapiere und einen Führerschein der passenden Klasse mit — bei einem schweren Wohnmobil reicht die Klasse B allein womöglich nicht. Wenn Sie in die Schweiz fahren und außerhalb von Campingplätzen übernachten wollen, erkundigen Sie sich nach den Regeln genau des Kantons und der Gemeinde, wo Sie stehen möchten: Eine landesweite Erlaubnis zum Wildcampen gibt es nicht. Und Besitzern in Finnland sei geraten, die Jahreskosten vorab neu zu rechnen — bei der neuen Steuer kann es teurer sein, das Fahrzeug „für alle Fälle“ zu halten, als es für den Urlaub zu mieten.
Kurz notiert
- Deutschland, kompakt: Forster hat das Modell A 699 DVB auf Ford Transit überarbeitet — acht Schlafplätze bei unter sieben Metern Länge, Einstiegspreis 58.900 Euro. Ein seltener Fall, in dem eine große Familie in ein Fahrzeug passt, mit dem man noch in der Stadt parken kann.
- Deutschland, Premium: NIESMANN+BISCHOFF zeigte den vollwertigen Kastenwagen iSmove 6.9 E auf Fiat Ducato mit 6,99 Metern Länge und 3,5 Tonnen Gesamtmasse — der Preis liegt über 35 Millionen Yen.
- Frankreich, Produktion: Der größte Hersteller des Landes zeigte erstmals sein Werk — Trigano VDL in Tournon-sur-Rhône baut alle zwei Minuten ein Wohnmobil, und hier entsteht die Hälfte aller in Frankreich verkauften Fahrzeuge.
- Niederlande, abnehmbarer Ausbau: Das Unternehmen Vantrack stellte den modularen Bausatz LightCamp für den Kia PV5 vor — Schlafplatz, Küche und Dachzelt lassen sich ohne dauerhafte Umbauten am Fahrzeug ein- und ausbauen.
- Japan, Konzept: Honda Access zeigte den Minivan Step WGN zum Übernachten und Arbeiten unterwegs — Schlafplatz über zwei Meter lang, Klapptisch für den Laptop und ein 15,6-Zoll-Monitor.
- China, staatliche Förderung: Das Handelsministerium und acht weitere Behörden verabschiedeten Maßnahmen zur Förderung von Campingplätzen und Wohnmobilen — bessere Verkehrsbedingungen und Anreize für die Modernisierung der Branche.
- China, neue Modelle: Changan hat ein Hybrid-Wohnmobil mit CATL-Batterie zur Zulassung angemeldet, dazu ein Modell von Jiangfu mit Hubdach und einen Diesel von Zhongyi.
- USA, Elektrifizierung: Hersteller von Kastenwagen und Wohnwagen stellen massenhaft auf elektrische Systeme um — im vergangenen Jahr wurden rund 342.000 Fahrzeuge an Händler ausgeliefert.
- Japan, Technik: Nuts RV stellte den Kastenwagen Leak III EVOLITE auf Toyota HiAce Super Long vor — die Haushaltsklimaanlage läuft die ganze Nacht ohne Nachladen.
- Japan, Vermietung: Das Unternehmen JAPAN C.R.C. gewährt seit dem 15. Juli 30 % Rabatt auf die Miete von Kei-Campern und 5 % auf Stellplatzbuchungen — eine günstige Möglichkeit, das Format auszuprobieren.
- Schweiz, Kurioses: Die Stadtpolizei Winterthur hat seit dem 23. Juli einen herrenlosen Fiat Ducato von 1990 mit einem Startpreis von 1 Franken zur Versteigerung gestellt.
- Dänemark, Nachfrage: Der Campingplatz First Camp Frigård in Kollund meldete, dass Buchungen aus den Niederlanden um 156 %, aus Belgien um 129 % und aus Deutschland um 55 % gestiegen sind — damit hat die Verschiebung hin zu nördlichen Routen erstmals konkrete Zahlen für einen einzelnen Campingplatz.
- Schweden, Schulden: Im Sudersand Resort auf der Insel Fårö wurde ein Wohnmobil wegen Schulden des Besitzers in Höhe von 1,2 Millionen Kronen gepfändet — eine Erinnerung daran, dass Fahrzeuge auf dem Campingplatz nicht vor Vollstreckung geschützt sind.
Wohin fahren
Japan, Ende Juli. Japan wird selten als Land für eine Wohnmobilreise in Betracht gezogen — zu Unrecht: Die Infrastruktur wächst dort gerade jetzt. In der Stadt Shimonoseki wurde der Campingplatz „Hinoyama Sanroku“ am Fuß des gleichnamigen Bergs fertiggestellt — mit Panoramablick auf die Kanmon-Straße, wo Honshū beinahe an Kyūshū heranreicht und Tag und Nacht Schiffe verkehren. Die Voraböffnung für Einheimische ist am 25. Juli, die offizielle Eröffnung am 19. September. Parallel dazu wird in der Präfektur Fukushima der Camper-Tourismus in der Region Hamadōri ausgebaut: Der Unternehmer Asuka Kusuga errichtet dort ein Netz von Stellplätzen für Wohnmobile in einer Gegend, die sich vom Erdbeben und der Reaktorkatastrophe erholt. Japan eignet sich gut für eine gemächliche Route über zwei bis drei Wochen: Die Entfernungen sind kurz, die Straßen ausgezeichnet, und im Fahrzeug zu übernachten ist dort kulturell völlig normal. Ausprobieren lässt sich das ohne großen Aufwand — Kei-Camper werden günstig vermietet, und genau jetzt gelten Sommerrabatte. Wenn Sie schon lange mit Asien geliebäugelt haben, aber nicht wussten, wo Sie anfangen sollen: Das ist Ihr Anlass.
Vorsicht
- Kroatien, Insel Lošinj, Juli–August: Am 19. Juli gegen 4:30 Uhr morgens zog ein Tornado über die Campingplätze Lopari und Rapoča und riss etwa 50 Kiefern um; zwei Urlauber wurden mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus in Rijeka gebracht. An der Adria kommen sommerliche Böen gegen Morgen und fast ohne Vorwarnung — schalten Sie Unwetterwarnungen auf dem Handy ein und stellen Sie das Fahrzeug nicht direkt unter hohe Kiefern, so verlockend der Schatten auch sein mag.
- USA, Texas, Regenzeit: In Bandera und Boerne wurde eine Zwangsevakuierung der Wohnmobilparks angeordnet, weil der Medina River und der Cibolo Creek angestiegen sind. Ein Stellplatz am Wasser sieht genau bis zum ersten Starkregen im Oberlauf ideal aus: Fragen Sie die Platzverwaltung, bis zu welcher Marke das Wasser schon gestiegen ist, und bleiben Sie bei Unwetterprognose nachts nicht in der Aue stehen.
- Überall, Gas und Kühlschränke: Im amerikanischen Ellsworth starb ein Mensch bei einer Propanexplosion in einem umgebauten Bus — es explodierte im Schrank unter dem Gasherd. Gesondert wurde untersucht, warum Kühlschränke in Wohnmobilen so oft Brände auslösen: Bei Absorbermodellen tritt Ammoniak aus, und ein Teil der Geräte von Norcold und Dometicⓘ wurde sogar zurückgerufen. Prüfen Sie Schläuche und Verbindungen vor der Saison, installieren Sie einen Gaswarnmelder und schieben Sie die Reparatur eines Kühlschranks nicht auf, der seltsam riecht oder schlecht kühlt.
- Großbritannien, Vermietung: Eine Familie aus Schottland fand in einem für 550 £ gemieteten Wohnwagen im Park von Parkdean Resorts Blutspuren und menschliche Fäkalien, und die Reinigung nach der Beschwerde fiel oberflächlich aus. Nehmen Sie sich beim Einzug in einen gemieteten Wohnwagen fünf Minuten Zeit, um den Zustand zu filmen, bevor Sie Ihre Sachen hineintragen — ohne Aufnahmen mit Zeitstempel ist eine Rückerstattung praktisch nicht durchzusetzen.
Zum Schluss etwas Erfreuliches
Zwei Geschichten, die man weiterleiten möchte.
Hundertfünfzig „Kombis“ und ein zweites Leben. Zwei Brasilianer aus Guarulhos kündigten ihre Jobs und steckten 8.000 Real in ihr eigenes Geschäft — ihre gesamten Ersparnisse. Heute hat ihre Werkstatt Namu Kombi Home fast 150 Volkswagen Kombi zu Wohnmobilen umgebaut und 2024 damit 800.000 Real verdient. Ein alter Transporter, den man in Europa längst verschrottet hätte, wurde in Brasilien zum Fundament eines ganzen Unternehmens.
Wohnwagen statt Haus — für den Traum des Sohnes. Der dreifache Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx erzählte, dass seine Familie einst das Haus verkaufte und in einen Wohnwagen zog, um seine Rennkarriere zu finanzieren. Die Wette ging zweimal auf: Er selbst holte drei Weltmeistertitel, und heute fährt sein Sohn Sebastian für Ford in der Langstreckenmeisterschaft.
Fragen der Woche
Was wird bei Verkehrskontrollen geprüft, und was droht bei Verstößen?
Kontrolliert werden der technische Zustand, die Ladungssicherung, der Zustand der Anhängerkupplung und die Gesamtmasse des Fahrzeugs. Am häufigsten wird genau die Überladung festgestellt — ein beladenes Wohnmobil überschreitet leicht die 3,5 Tonnen. Bei schweren Verstößen kann nicht nur ein Bußgeld verhängt, sondern die Weiterfahrt direkt vor Ort untersagt werden, wie in Lippstadt, wo das Wohnmobil ohne Scheiben aus dem Verkehr gezogen wurde. Der beste Weg zur Vorbereitung: das Fahrzeug vorab in genau dem Zustand wiegen, in dem Sie tatsächlich unterwegs sind.
Wie entgeht man einem plötzlichen Sturm an der Adria?
Sommerliche Böen kommen dort meist gegen Morgen und entwickeln sich sehr schnell — der Tornado auf der Insel Lošinj zog gegen 4:30 Uhr durch und riss fünfzig Kiefern um. Schalten Sie Unwetterwarnungen in der Wetter-App ein, sehen Sie sich abends die Windprognose für die Nacht an und wählen Sie einen Platz ohne überhängende Bäume. Der Schatten einer hohen Kiefer ist bei Hitze angenehm, bei einer Bö aber die größte Gefahrenquelle.
Lohnt sich eine Wohnmobilreise nach Japan?
Ja, wenn Ihnen ein gemächliches Format zusagt: Die Entfernungen sind dort kurz, die Straßen ausgezeichnet, und im Fahrzeug zu übernachten ist kulturell normal. Die Infrastruktur wächst gerade stark — in Shimonoseki eröffnet ein Campingplatz mit Blick auf die Kanmon-Straße, und in Fukushima entsteht ein Netz von Wohnmobil-Stellplätzen. Anfangen können Sie mit der Miete eines Kei-Campers: Das ist der günstigste Weg, es auszuprobieren, und im Sommer gelten dafür Rabatte.
Stimmt es, dass Kühlschränke in Wohnmobilen oft Brände auslösen?
Ja, und zwar vor allem die gasbetriebenen Absorbermodelle. Bei Verschleiß tritt Ammoniak aus dem System aus, und der Defekt kann in einem Brand enden — ein Teil der Modelle von Norcold und Dometic wurde genau aus diesem Grund zurückgerufen. Prüfen Sie den Kühlschrank vor der Saison und ignorieren Sie weder ungewöhnlichen Geruch noch nachlassende Kühlleistung.
Wächst der Wohnmobilmarkt gerade oder schrumpft er?
Er baut sich um. Einerseits ist die Nachfrage nicht verschwunden: In Frankreich baut das Werk von Trigano VDL alle zwei Minuten ein Wohnmobil, und in den USA wurden im Jahr rund 342.000 Fahrzeuge an Händler ausgeliefert. Andererseits verschiebt sich der Schwerpunkt: China hat staatliche Fördermaßnahmen für Campingplätze und Wohnmobile gleich von neun Behörden verabschiedet, und dorthin wandert auch die Entwicklung neuer Modelle. Für europäische Hersteller bedeutet das mehr Konkurrenz — für Käufer auf Sicht mehr Auswahl.
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