Leben im Wohnmobil
Fernando und Ana, Rentner aus Spanien, leben seit 27 Jahren in einem Fiat Ducatoⓘ Maxi mit 127.000 km Laufleistung, den sie "La Vaca" nennen. Das Wohnmobil ist 7 m² groß. Sie haben vor mehr als drei Jahren Haus, Auto und feste Verpflichtungen aufgegeben und reisen durch Spanien. Ihren Angaben zufolge war die Rente früher Mitte des Monats aufgebraucht, heute reichen zwei Renten für alle Ausgaben einschließlich Kraftstoff und Reparaturen, und am Monatsende bleibt Geld übrig.
Ausgaben und Umbau
Die wöchentlichen Ausgaben betragen etwa 70 €, einschließlich Versicherung, Mobilfunk, Gas und Diesel. Der Umbau des Wohnmobils dauerte fünf Monate und kostete inklusive Außenlackierung 1.631 €, während eine Werkstatt für ähnliche Arbeiten mehr als 3.000 € verlangte. Das Paar installierte Solarpaneele und spart bei Strom, Wasser, kommunalen Abgaben, Garage und Internet. Sie merken an, dass Kraftstoff und Lebensmittel in Frankreich teurer sind und die Kosten mit zunehmender Fahrleistung steigen.
Gewichtsproblem
Laut Fernando sind moderne Wohnmobile mit Gadgets überladen, was Hersteller zwingt, das Gewicht durch dünnere Materialien und geringere Festigkeit zu reduzieren. Bei Treffen von Liebhabern werden an einem Wochenende mehr als 7.000 € zugunsten lokaler Händler ausgegeben; das Paar erwähnt, 7.000 € in einem Ort gelassen zu haben.
Rechtslage in Deutschland
In Deutschland liegt dauerhaftes Wohnen im Wohnmobil in einer rechtlichen Grauzone: Das Bundesmeldegesetz verlangt eine feste Adresse, eine Anmeldung des Wohnmobils als Hauptwohnsitz ist ausgeschlossen. Übernachten auf öffentlichen Parkplätzen ist höchstens zehn Stunden zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit erlaubt, während dauerhaftes Wohnen auf Campingplätzen von den Satzungen der Kommunen abhängt.