CityFreighter und Vöhringer haben auf dem Caravan Salon einen vollintegrierten E-Wohnmobil-Demonstrator gezeigt. Das Fahrzeug ist 6,95 Meter lang, trägt eine 128-kWh-Batterie und soll im Praxistest 430 Kilometer geschafft haben.
Aufbau und Gewicht
Die Karosserie ist in Wassertropfenform gebaut: vorne 2 Meter breit, in der Mitte 2,35 Meter und hinten wieder 2 Meter. Das fahrbereite Fahrzeug wiegt rund 3,5 Tonnen, bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen für E-Fahrzeuge bleibt eine Zuladung von etwa 750 Kilogramm. Die komplette Inneneinrichtung inklusive Wärmepumpe und Kühlschrank wiegt lediglich rund 600 Kilogramm. Statt eines klassischen Basisfahrzeugs nutzt CityFreighter eine Niedrigflur-Plattform mit nur 350 bis 400 Millimetern Höhe über dem Boden, sodass die Batterie geschützt im Fahrzeugboden sitzt und der Schwerpunkt sinkt. Die Batteriegröße lässt sich je nach Einsatzzweck anpassen, und der Batterieraum ist so ausgelegt, dass spätere Zellgenerationen in einigen Jahren ohne Umbau des Chassis nachgerüstet werden können.
Fahrplan
Nach Einschätzung von Michael Schöning ist für den Reisealltag weniger eine Extremreichweite entscheidend als ein Mix aus rund 400 Kilometern Praxisreichweite und Schnellladen mit mindestens 200 kW. CityFreighter versteht das Projekt als Machbarkeitsnachweis für die Branche und will Partner aus Zulieferkette und Ausbau zusammenbringen; Gespräche mit großen Wohnmobilherstellern stehen noch an. Für eine erste Klein- oder Pilotserie nennt das Team einen vorsichtigen Zeithorizont bis Ende 2028, diese Fahrzeuge sollen zunächst als Testflotte mit Partnern auf die Straße. Der Preis soll in einer ähnlichen Liga wie bei heutigen Verbrennern liegen; dafür denkt CityFreighter über eine Aufteilung der Produktion nach, bei der Chassis oder Rohkabine in Asien entstehen und Endmontage sowie Ausbau in Europa stattfinden.