Die deutsche Campingbranche steckt in der Krise. Im Juli 2026 meldete die Hamburger Firma Good Camper, die auf Campingzubehör und Dachzelte spezialisiert ist, mitten in der Urlaubszeit Insolvenz an.
Bereits Ende April hatte der traditionelle Wohnmobilhändler Schafhäutle Reisemobile aus Kirchheim unter Teck Insolvenz angemeldet; Ende Juni wurde das Hauptinsolvenzverfahren eröffnet, das 19 Mitarbeiter betrifft. Im Dezember 2025 meldete die auf Van-Ausbau spezialisierte Salty Blue GmbH vorläufige Insolvenz an, begründet mit Nachfragerückgang und einem Kostenanstieg für manche Komponenten um 200 Prozent. Das Unternehmen hat noch 60 unerledigte Aufträge.
Der Hersteller Dethleffs halbiert sein Caravan-Sortiment und stellt die Serien Camper, Nomad und Beduin Scandinavia (Preise zwischen 26.000 und 44.000 Euro) wegen sinkender Nachfrage ein. Die Verkäufe von Dethleffs fielen im vergangenen Jahr um 13 Prozent und in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um weitere 8 Prozent. Auch Bürstner plant, die Caravan-Produktion komplett einzustellen. Die Branche verlagert sich auf teure Wohnmobile: Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf wird Dethleffs zwei neue XL-Modelle für 122.000 und 132.000 Euro vorstellen.