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Autogas: Tankflaschen in Wohnmobilen dürfen jetzt an Tankstellen befüllt werden

27.10.2026 08:23 2 Min 5 Quellen ENG
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Autogas: Tankflaschen in Wohnmobilen dürfen jetzt an Tankstellen befüllt werden
© KI Symbolbild

Kurz gesagt

Der Deutsche Verband Flüssiggas meldet, dass Tankflaschen in Wohnmobilen und Wohnwagen jetzt an öffentlichen Tankstellen mit Autogas befüllt werden dürfen. Für Einbau und Ausstattung gelten Regeln.

Wer in Wohnmobil oder Wohnwagen eine Tankflasche für Flüssiggas hat, kann sie ab sofort an öffentlichen Tankstellen in Deutschland mit Autogas befüllen. Darauf weist der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) hin und nennt die Regeln.

Voraussetzungen für das Befüllen

  • Der Vorratsbehälter muss nach den Anforderungen des DVGW-Arbeitsblattes 607 eingebaut sein: sichere Anbringung mit versiegelter Verbindung im Flaschenkasten und werkzeuglose Entnahme.
  • Befüllt werden darf die Flasche nur im fixierten Zustand und nur über einen von außen erreichbaren Füllanschluss am Fahrzeug.
  • Die Füllanschlussleitung darf nicht durch den Wohnraum verlaufen.
  • Vorgeschrieben sind ein automatischer Füllstopp und ein Sicherheitsventil.

Erfüllt das Freizeitmobil diese Anforderungen nicht, muss es vor dem Befüllen an der Tankstelle nachgerüstet und anschließend von einem Sachverständigen geprüft werden, so Markus Lau vom DVFG. Auch eine nachträgliche Ertüchtigung von Bestandsanlagen ist möglich.

Rechtliche Grundlage ist die geänderte Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 3151. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die Änderung im Gemeinsamen Ministerialblatt Nr. 30–32 vom 20.10.2026 veröffentlicht. Der Einbau war seit Juni 2026 über das DVGW-Arbeitsblatt G 607 geregelt, eine klare Freigabe für das Betanken an öffentlichen Tankstellen fehlte aber bislang.

Zwischen Tankflasche und Außenfüllanschluss ist eine Sicherheitskupplung vorgeschrieben. Der Füllstopp begrenzt die Befüllung auf 80 Prozent, der Rest bleibt als Puffer für die Ausdehnung des Gases bei Wärme. Das Sicherheitsventil lässt bei unerwartet hohem Druck Gas ab und schließt wieder, sobald der Druck sinkt. Für Anlagen, die vor Juni 2026 eingebaut wurden, gibt es keinen Bestandsschutz: Ein nicht konformer Einbau muss angepasst und danach von einem Sachkundigen abgenommen werden. Jede Änderung an der Gasanlage macht eine neue Gasprüfung erforderlich, die bisherige Prüfung erlischt mit dem Umbau.

Einfache Tankflaschen mit CE-Kennzeichnung dürfen an deutschen Tankstellen weiterhin nicht befüllt werden. Zugelassen sind nur fest verbaute Tanks nach der Norm ECE R 67.01 mit Außenfüllanschluss. Bei einem Flaschenvolumen von 27 l ergibt der Füllstopp von 80 Prozent rechnerisch rund 11 kg Gas. Flasche, Füllanschluss und Montage kosten in der Praxis meist zwischen 600 und 1.150 €. Zusätzlich empfiehlt sich der Einbau eines Gasfilters: Autogas aus der Zapfsäule kann im Gegensatz zu Campinggas ölige Rückstände, sogenannte Paraffine, enthalten, die ohne Filter die feinen Düsen von Heizung oder Kühlschrank verstopfen können.

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