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Tankflasche darf an die Autogas-Tankstelle · VanLife Weekly #44

02.11.2026 08:04 11 Min ENG
Tankflasche darf an die Autogas-Tankstelle · VanLife Weekly #44
Originalquelle: AI · OpenVan.camp

Tankflaschen im Wohnmobil dürfen Sie in Deutschland jetzt an normalen Autogas-Tankstellen befüllen. Die Kanarischen Inseln haben ihr erstes Dekret zu Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen beschlossen. In Deutschland sanken die Neuzulassungen von Wohnmobilen von Juli bis September um 22,2 %. Und die deutsche Reisende Tanja Aumer lebte nach einer Panne 11 Tage bei der Familie eines Dorfvorstehers in der Türkei.

Das Wichtigste der Woche

  • In Deutschland dürfen Sie die Tankflasche im Wohnmobil jetzt an öffentlichen Autogas-Tankstellen befüllen, wenn sie nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 eingebaut ist. Die neue Regel wurde am 20. Oktober 2026 veröffentlicht.
  • In den Alpen gibt es Campingplätze an Skiliften, auf denen Sie im Winter mit dem Wohnmobil stehen können: in Mayrhofen (Österreich) ab 12,80 € pro Nacht plus Personengebühr, in Samnaun (Schweiz) ab 28 Franken pro Nacht.
  • Der Wohnmobilstellplatz im italienischen Skiort Cervinia bleibt den ganzen Winter 2026/27 geschlossen. Die Gemeinde verweist stattdessen auf drei Campingplätze.
  • Im italienischen Albenga (Ligurien) dürfen Wohnmobile seit dem 30. Oktober nicht mehr an der Uferpromenade, auf der Piazza Bolla und in der Via Einaudi parken.
  • Tanja Aumer brach im März aus Deutschland zu einer Weltreise auf. In der türkischen Provinz Sivas lebte sie 11 Tage bei der Familie eines Dorfvorstehers, während ihr Wohnmobil repariert wurde.

Tankflasche im Wohnmobil: Befüllen an normalen Autogas-Tankstellen jetzt erlaubt

Eine Tankflasche steht im Gaskasten des Wohnmobils oder Wohnwagens und versorgt Herd, Kühlschrank und Heizung. Sie wird nicht gegen eine volle getauscht, sondern direkt im Fahrzeug befüllt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 20. Oktober die neue Fassung der Technischen Regel für Betriebssicherheit TRBS 3151 veröffentlicht. Damit dürfen Sie eine solche Flasche an jeder öffentlichen Autogas-Tankstelle befüllen. Das meldete am 26. Oktober der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG). Bisher regelte das DVGW-Arbeitsblatt G 607 in der Fassung vom Juni 2026 nur den Einbau der Flasche. Zum Tanken an der Tankstelle stand in keinem Regelwerk etwas: Es war weder verboten noch ausdrücklich erlaubt.

Die wichtigste Bedingung: Die Anlage muss der G 607 entsprechen. Das Arbeitsblatt verlangt, die Flasche im Kasten zu fixieren und die Verbindung zu versiegeln. Trotzdem muss sich die Flasche ohne Werkzeug herausnehmen lassen. An der Tankstelle darf sie nur befüllt werden, wenn sie fixiert ist, und nur über einen Füllanschluss außen am Fahrzeug: Beim Tanken tritt etwas Gas aus, und wer tankt, muss abseits stehen. Die Füllleitung darf nicht durch den Wohnraum laufen. Außerdem verlangt die G 607 einen Füllstopp, der bei 80 % des Volumens abschaltet, und ein Sicherheitsventil.

Für ältere Anlagen gibt es keine Ausnahme, bestätigt der Gassachkundige Andreas Irmer: Auch eine Tankflasche, die vor Juni 2026 eingebaut wurde, muss der G 607 entsprechen. Ist das nicht der Fall, muss die Anlage angepasst und danach von einem Sachkundigen abgenommen werden. Tauschflaschen betrifft die Regel nicht: Leere Flaschen tauschen Sie weiterhin beim Anbieter gegen volle. Die in Deutschland vorgeschriebene Gasprüfung bleibt bestehen: alle zwei Jahre, meist für 40–80 €.

Was das für Sie bedeutet

Nutzen Sie Tauschflaschen, müssen Sie nichts tun. Haben Sie eine Tankflasche, die vor Juni 2026 eingebaut wurde, zeigen Sie die Anlage vor dem ersten Tanken an der Autogas-Tankstelle einem Gassachkundigen. Bitten Sie ihn, die versiegelte Verbindung im Kasten, den Außenfüllanschluss, den Füllstopp bei 80 % und das Sicherheitsventil zu prüfen. Entspricht die Anlage nicht der G 607, dürfen Sie die Flasche nicht an der Tankstelle befüllen. Wollen Sie ein solches System erst kaufen, lassen Sie sich vom Einbaubetrieb schriftlich bestätigen, dass er nach G 607 eingebaut hat. Wann die nächste Gasprüfung fällig ist, steht auf der Plakette am Fahrzeug und im gelben Prüfbuch: Sehen Sie rechtzeitig nach. Die neue Regel gilt nur in Deutschland. Wenn Sie ins Ausland fahren, klären Sie vor der Abreise, wo Sie die Flasche dort befüllen können.

Zahl der Woche: +0,86 % beim Dieselpreis

Um so viel stieg der Dieselpreis vom 26. bis 31. Oktober im Median der 27 EU-Länder, wie Messungen von OpenVan.camp zeigen. Median heißt: Die eine Hälfte der Länder liegt darüber, die andere darunter. Diesel wurde in 22 Ländern teurer und in fünf billiger. Benzin dagegen wurde in 20 von 27 Ländern billiger, im Median um 1,16 %. Am stärksten stieg der Dieselpreis in Lettland: von 2,03 auf 2,08 € je Liter, also um 2,5 %. Zum Vergleich: In Österreich kostet der Liter jetzt 2,17 € statt zuvor 2,12 €, in Italien 2,28 € statt 2,24 €, in Spanien 1,93 € statt 1,90 €.

Wenn Sie mit dem Wohnmobil von Frankreich nach Spanien fahren, tanken Sie erst in Spanien: Der Liter Diesel kostet in Frankreich 2,39 €, in Spanien 1,93 €. Bei einem 80-Liter-Tank sind das rund 36 € Unterschied. Die Preise aller Länder aktualisieren wir jedes Wochenende auf der Seite „Kraftstoffpreise“.

Kurz gemeldet

  • Spanien, Kanarische Inseln · von der Regionalregierung beschlossen: Die Regierung der Inselgruppe hat am 30. Oktober ihr erstes Dekret zum Camping verabschiedet. Es beschreibt fünf Arten von Plätzen. Dazu gehören Campingflächen für Wohnmobile und Übernachtungsplätze. Auf Letzteren dürfen Sie bis zu 72 Stunden bleiben. Für das Parken an der Straße gelten weiter die Verkehrsregeln und örtliche Verbote. Wo Plätze entstehen, entscheiden die Gemeinden. Bestehende Plätze haben fünf Jahre Zeit, die neuen Anforderungen zu erfüllen.
  • Deutschland, Markt: Von Juli bis September wurden 14.037 neue Wohnmobile zugelassen, 22,2 % weniger als ein Jahr zuvor. Der Branchenverband CIVD sieht den Grund darin, dass die Hersteller mehr Fahrzeuge gebaut haben, als der Markt aufnehmen konnte. Nach seinen Angaben lässt sich ein Wohnmobil, das länger als 24 Monate beim Händler steht, nur noch mit hohem Rabatt verkaufen. Wenn Sie ein solches Fahrzeug kaufen, verhandeln Sie und fragen Sie, was nach der Standzeit daran gemacht wurde: Der Händler muss es für den Verkauf erneut aufbereiten, und das ist teuer.
  • Deutschland, Vermietung: Der US-Investor Kennedy Lewis hält jetzt 66,69 % am Münchner Campervan-Vermieter Roadsurfer, der sich selbst als Marktführer bezeichnet. Das geht aus dem Handelsregister hervor. Die fünf Gründer halten noch 16,61 % und führen das Unternehmen weiter.
  • Australien, Hersteller: Der Wohnwagenhersteller Essential Caravans steht seit dem 21. Oktober unter externer Verwaltung, weil er in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Das Unternehmen hat mehr als 200 Beschäftigte. Es ist der dritte Fall dieser Art in der Branche innerhalb von zwei Monaten. Die eingesetzten Verwalter prüfen die Bestellungen und wollen sie ausführen. Wenn Sie dort einen Wohnwagen bestellt haben, lassen Sie sich den Liefertermin vom Händler schriftlich bestätigen.
  • USA, Elektro-Wohnmobil · geplant: Entegra Coach plant das Elektro-Wohnmobil Embark: rund 9 m lang, 8,2 t schwer, etwa 400.000 $ teuer, Verkaufsstart 2027. Mit der 140-kWh-Batterie fährt es 160–177 km, mit dem Benzin-Generator 724–805 km. Dieselbe Batterie versorgt am Stellplatz auch Klimaanlage und Küche, eine eigene Aufbaubatterie braucht das Fahrzeug nicht.
  • Großbritannien, Messe: Die Motorhome & Caravan Show in Birmingham zählte 95.816 Besucher. Das sind weniger als beim Rekord von 2023 mit 106.131 Besuchern. Falls Sie die Herbstmesse verpasst haben: Die nächste läuft vom 16. bis 21. Februar 2027, wieder im Messezentrum NEC.
  • Niederlande, Verkauf im Ausland · Gerichtsurteil: Ein Niederländer verkaufte im August 2024 sein defektes Wohnmobil in Spanien, bekam aber keine Bescheinigung, dass das Fahrzeug nicht mehr auf ihn zugelassen ist. Das Gericht der Provinz Gelderland bestätigte 201 € Kfz-Steuer und 67 € Bußgeld des Finanzamts: Laut Register blieb das Wohnmobil bis Oktober 2025 auf seinen Namen eingetragen. Wenn Sie ein Wohnmobil im Ausland verkaufen, lassen Sie sich noch am Tag des Verkaufs im Fahrzeugregister Ihres Landes als Halter austragen.

Wohin fahren

Alpen: Campingplätze an Skiliften, jetzt im November buchen. Das Magazin reisen EXCLUSIV hat Campingplätze in Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz zusammengestellt, die Sie im Winter mit dem Wohnmobil anfahren können. Die genannten Preise pro Nacht haben den Stand von Herbst 2026. Das Tirol Camp im österreichischen Fieberbrunn startet am 2. Dezember in die Saison. Bis zum 19. Dezember kostet ein Stellplatz ab 39 €, danach ab rund 56 €. Zur Gondelbahn führt ein kurzer Tunnel. Camping Mayrhofen im Zillertal verlangt ab 12,80 € für den Stellplatz plus Personengebühr, bis zum Lift sind es rund 1,5 km. Im Schweizer Camping-Resort Samnaun endet die Skipiste direkt am Platz, der Stellplatz kostet ab 28 Franken. Für Weihnachten und Neujahr sind beliebte Campingplätze lange vorher ausgebucht. Buchen Sie also jetzt. Prüfen Sie Ihr Gas: Butan verdampft bei Frost nicht, Sie brauchen reines Propan. Autogas an der Tankstelle ist meist ein Gemisch aus Propan und Butan. In Österreich gilt vom 1. November bis 15. April bei Schnee und Eis Winterreifenpflicht. In Südtirol brauchen Sie vom 15. November bis 15. April Winterreifen oder Schneeketten an Bord.

Vorsicht

  • Italien, Cervinia · den ganzen Winter 2026/27: Die Gemeinde Valtournenche hat den Wohnmobilstellplatz im Skiort Breuil-Cervinia geschlossen: Grund ist eine Baustelle, und einen anderen geeigneten Ort fand sie nicht. Auf den Parkplätzen ist nur normales Parken erlaubt, Campen nicht. Als Alternative nennt die Gemeinde drei Campingplätze: Camping Glair in Valtournenche, Camping Cervino in Antey-Saint-André und den Campingplatz Dalai Lama in Châtillon. Fragen Sie dort vor der Abfahrt nach freien Plätzen.
  • Italien, Albenga · gilt seit dem 30. Oktober: An der Uferpromenade, auf der Piazza Bolla und in der Via Einaudi erlaubt die Stadt das Parken nur noch für Autos und Motorräder. Wenn Sie mit dem Wohnmobil nach Albenga fahren, suchen Sie sich vorher einen Campingplatz aus.
  • Frankreich, Chamonix · jedes Jahr vom 1. Mai bis 31. Oktober: Ein Erlass des Bürgermeisters verbietet Wohnmobilen, länger als 24 Stunden am selben Ort zu stehen. Auch das Schlafen im Fahrzeug von 22 bis 7 Uhr ist auf Parkplätzen, in angrenzenden Straßen und an Waldrändern verboten, das Bußgeld beträgt 35 €. Derzeit gilt das Verbot nicht, es tritt am 1. Mai 2027 wieder in Kraft. Die Stadt hat für Wohnmobile zwei Parkplätze an der Route Blanche ausgewiesen: einen mit 49 Plätzen für Fahrzeuge bis 7 m und den Parkplatz Grépon Bus für längere. Der Wohnmobilisten-Verband Comité de Liaison du Camping-Car hat sich bereits eingeschaltet. Planen Sie den Sommer 2027 trotzdem nach den heutigen Regeln.
  • Deutschland, Sylt · gilt bereits: Auf dem Lister Ellenbogen, einer Halbinsel in Privatbesitz, stehen automatische Schranken, und Parken nach Mitternacht kostet 125 €. So wehren sich die Eigentümer dagegen, dass Wohnmobile außerhalb von Campingplätzen übernachten. Fahren Sie dort vor Mitternacht ab.

Kalender der Woche: 2. bis 8. November

Mobiles Internet auf der Balkanreise. Die Balkan-eSIM von Horizon (eine digitale SIM-Karte) funktioniert auf kompatiblen, entsperrten Handys in 11 Ländern: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Griechenland, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien, Slowenien und der Türkei. Der Kosovo ist nicht im Paket enthalten, dafür brauchen Sie einen eigenen Tarif. Die Tarife beginnen bei 1,29 € für 1 GB und 7 Tage (Stand: 1. November 2026). Für eine Route durch Kroatien, Montenegro, Albanien und Nordmazedonien etwa reicht ein Paket. Die Verbindungsqualität hängt vom örtlichen Netz ab. Prüfen Sie vor der Abreise in der Liste kompatibler Geräte auf der Horizon-Website, ob Ihr Handy dabei ist. Installieren Sie die eSIM im WLAN per QR-Code und speichern Sie Offline-Karten sowie Adresse und Kontaktdaten des Campingplatzes.

Zum Schluss etwas Schönes

11 Tage in einem türkischen Dorf. Tanja Aumer aus Deutschland brach Ende März mit dem Wohnmobil zu einer Weltreise auf und fuhr durch die Türkei Richtung Georgien. Im Bezirk Divriği in der Provinz Sivas ging das Wohnmobil kaputt, und sie stellte es am Straßenrand ab. Güngör Durgun, Vorsteher des Dorfes Güneyevler, wurde auf sie aufmerksam, lud sie zum Frühstück ein und nahm sie mit zu sich nach Hause. Die Familie beherbergte sie 11 Tage lang und organisierte die Reparatur. Beim Abschied weinte Tanja Aumer und filmte sich dabei mit dem Handy. Das Video verbreitete sich in den sozialen Netzwerken. „Für uns war das eine ganz gewöhnliche gute Tat“, sagte Durgun.

140.000 km im Fiat Marea. Fabio Belnome, 35, aus Barcelona kaufte einen Fiat Marea von 1998, um damit zum Nordkap in Norwegen zu fahren und ihn danach loszuwerden. In seiner Heimatstadt darf der Wagen wegen der Umweltauflagen nicht einmal fahren. Doch Belnome änderte seinen Plan: Seit rund zwei Jahren lebt er im Auto und hat damit 140.000 km zurückgelegt, durch Europa, Asien und Amerika, von der kanadischen Arktis bis Ushuaia. Als in Argentinien der Keilriemen riss, hielt ein Mechaniker an, der ihm auf Instagram folgt, und half beim Wechsel. Jetzt ist Belnome in Australien und will dort weitere 22.000–25.000 km fahren.

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