Die Münchner FreeVenture GmbH, die unter der Marke Vanever auftrat, hat Insolvenz angemeldet und den operativen Betrieb eingestellt. Seit dem 16. August werden an allen 12 Stationen in Deutschland und Österreich keine Fahrzeuge mehr an Kunden ausgegeben, alle künftigen Buchungen sind storniert. Kunden, die sich bereits auf Reisen befinden, können diese beenden und das Fahrzeug zurückgeben.
Zum Zeitpunkt der Insolvenz verfügte das Unternehmen über 428 Camper, betroffen sind 35 Mitarbeiter. Als Gründe werden verändertes Kundenverhalten, steigende Stornierungen, kürzere Buchungsvorläufe und sinkende Nachfrage genannt. Nach einer anderen Quelle wurde der Antrag am 7. August beim Amtsgericht München eingereicht, das ihn am 12. August genehmigte und einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte. Auch der Iran-Israel-Konflikt, steigende Kraftstoffpreise und die Kündigung eines Vertrags durch einen wichtigen Fahrzeuglieferanten werden erwähnt. Rund 700–1000 Buchungen sind betroffen, die meisten davon bereits bezahlt. Die Rückerstattung hängt von der Zahlungsart ab: bei direkter Überweisung — über eine Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren, bei Karten- oder PayPal-Zahlung — über einen Zahlungsrückruf, für Check24-Kunden gelten möglicherweise gesonderte Bedingungen.
Nach einer Schweizer Quelle werden Vorauszahlungen voraussichtlich nur teilweise erstattet. Ende Juli hatte der Hauptlieferant mehr als die Hälfte der Flotte abgezogen. Nach einer österreichischen Quelle mietete das Unternehmen Fahrzeuge von einem Herstellerverband, der den Vertrag wegen Schulden kündigte. Der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann bestätigte, dass 700–1000 Buchungen betroffen sind und viele Kunden ohne bezahlte Fahrzeuge dastehen. Ob dies zum Kollaps des Camper-Vermietungsmarktes in Deutschland führt, bleibt offen.