Bürstner aus Kehl hat angekündigt, die Produktion von Wohnwagen (Anhängern) zur Saison 2027 vollständig einzustellen. Der Schritt erfolgt im Rahmen der Strategie 'Bürstner Reloaded' und wird mit einem anhaltenden Nachfragerückgang nach der Pandemie, gestiegenen Kosten und veränderten Kundenbedürfnissen begründet. 2025 sanken die Verkaufszahlen von Wohnwagen in Europa um 11 %, in Deutschland um 13,4 %, während der Markt für Wohnmobile um 0,6 % wuchs.
Die Wohnwagen-Produktion war historisch für Bürstner – mit ihr begann die Firmengeschichte in den 1950er Jahren. Das letzte Modell war der B66, der zum 66-jährigen Jubiläum der Marke aufgelegt wurde. 2026 war von ursprünglich 15 Wohnwagen-Baureihen nur noch eine im Programm. Im Zuge der Umstrukturierung wurden an den Standorten Kehl und Wissembourg rund 40 Arbeitsplätze abgebaut, Massenentlassungen sind jedoch nicht geplant.
Das Unternehmen konzentriert sich künftig auf Wohnmobile und Campervans und hat die Modellpalette auf drei Baureihen reduziert: Papillon, Habiton und Signature. Der Signature SFT 7.0 wurde von ANWB/NKC zum 'Camper des Jahres 2026' gekürt. Geschäftsführer Hubert Brandl betonte, es handele sich nicht um einen endgültigen Ausstieg aus dem Wohnwagen-Segment, sondern um eine Umverteilung der Ressourcen. Service und Ersatzteilversorgung für bereits ausgelieferte Bürstner-Wohnwagen bleiben erhalten. Innerhalb der Erwin Hymer Group wird die Wohnwagen-Produktion bei Dethleffs, LMC und Eriba fortgesetzt.