Bulgariens Tourismusminister Ilin Dimitrow hat im Parlament erklärt, sein Ministerium werde bis Juni 2027 Orte mit Potenzial für Camper-Tourismus ermitteln. Er antwortete auf eine Frage des Abgeordneten Dimo Drentschew von der Partei Wasraschdane.
Laut dem Nationalen Tourismusregister gab es in Bulgarien im Oktober 2026 insgesamt 78 kategorisierte Campingplätze. Von Januar bis August 2026 verzeichnete das Einheitliche Tourismusinformationssystem fast 20.000 Übernachtungen auf Campingplätzen, davon 43 Prozent im Landesinneren. Dimitrow sagte, diese Zahlen erfassten nicht alle Reisenden mit Campervans, weil es dafür kein System gebe. In Europa wurden 2025 mehr als 215.000 neue Campervans und Wohnwagen zugelassen.
Der Minister sagte, Bulgarien müsse ein Ziel für Aufenthalte werden und nicht nur eine Transitroute sein. Bis Ende 2027 will das Ministerium mindestens 100 tourismusrelevante Objekte ermitteln, die eine Investitionsplanung brauchen, darunter Wohnmobilstellplätze, städtische Servicestationen und begleitende Infrastruktur. Die Finanzierung ist für den Zeitraum von 2028 bis April 2030 vorgesehen. Im September wurde im Rat für Reformen im Tourismusbereich eine eigene Sektion „Camping“ eingerichtet. Das Ministerium will einen Vorschlag der Bulgarischen Camper-Gesellschaft für ein nationales Netz von Camper-Stopps, kommunalen Campingplätzen und Servicediensten prüfen. Dimitrow forderte zudem, Parken, Campen und Serviceleistungen bis Juni 2027 gesetzlich klar voneinander zu trennen.