Die türkische Caravan-Industrie verzeichnet ein starkes Wachstum. In den ersten vier Monaten des Jahres 2025 erreichten die Exporte von Caravans (Anhängern) 4,1 Mio. US-Dollar, während die Importe bei 1,3 Mio. US-Dollar lagen, was einem positiven Außenhandelssaldo von 2,8 Mio. US-Dollar entspricht. Zu den wichtigsten Absatzmärkten zählten Deutschland (906.300 US-Dollar), Großbritannien (713.700 US-Dollar) und Frankreich (376.000 US-Dollar). Insgesamt werden Caravans nach Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Österreich und Spanien exportiert.
Wachstumsstrategie
Der Verband der Caravan-Hersteller und -Zulieferer (KARİD) hat eine Roadmap „2035“ vorgestellt, die vorsieht, dass die Türkei zu den drei größten Produzenten weltweit aufsteigt. Verbandspräsident Ahmet Fazlıoğlu betonte, dass sich einheimische Unternehmen auf dem europäischen Markt durch F&E-Investitionen auszeichnen, indem sie moderne Innenraumlösungen, leichte und langlebige Materialien sowie fortschrittliche technologische Systeme anbieten. Die Branche prognostiziert für die nächsten zehn Jahre ein nachhaltiges Wachstum von mindestens 40 %, mit Fokus auf Exporte nach Skandinavien, in die USA, nach Kanada und in die Golfstaaten.
Erfolgsbeispiele
Ein Beispiel ist die Unternehmerin Ülkü Kocaoğlu, eine ehemalige Außenhandelsmanagerin. Im Jahr 2021 eröffnete sie eine Fabrik für Caravans und Wohnmobile in der organisierten Industriezone Hamzabey (Türkei) auf einer Fläche von 5.000 m², unterstützt durch staatliche Subventionen. Das Unternehmen beschäftigt 22 Mitarbeiter und exportiert nach Deutschland, Bulgarien, Kuwait, in die VAE und nach Saudi-Arabien. Zudem rüstet die Firma Minivans zu Wohnmobilen um, um deren Wertschöpfung vor dem Export zu steigern.
Branchenprioritäten
Zu den Prioritäten der Branche gehören die Einführung europäischer Sicherheitsstandards (EN 1949), die Bekämpfung illegaler Produktion, die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte und die Senkung der Steuern auf Wohnmobile (motorisierte Caravans) zur Ankurbelung des Inlandsmarktes.