Seit Mitte Mai 2026 häufen sich in Frankreich illegale Lager von Reisenden, die sowohl ländliche als auch städtische Gebiete betreffen.
Chronologie und Umfang
- 17. Mai, Châteaugay (Puy-de-Dôme): über 70 Wohnwagen besetzten ein städtisches Rugbyfeld. Der Bürgermeister erstattete Anzeige; unbefugte Wasseranschlüsse wurden festgestellt.
- 17. Mai, Perthes (Seine-et-Marne): mehr als 200 Wohnwagen (laut anderen Quellen 250) ließen sich auf Ackerland nieder. Eigentümer reichten drei Anzeigen ein; der Bürgermeister befürchtet eine Überlastung des Wassernetzes.
- 18. Mai, Toulouse (Haute-Garonne): etwa 30 Wohnwagen besetzten die Grünzone Argoulets und schlossen sich illegal an Wasser- und Stromnetze an. Die Stadtverwaltung beantragte eine gerichtliche Räumung.
- 8. Juni, Ploudaniel (Finistère): 250 Wohnwagen wurden im Rahmen einer evangelikalen Mission auf einem Bauernfeld aufgestellt. Es wurde eine Vereinbarung über einen dreiwöchigen Aufenthalt getroffen.
- Juni, Plouharnel (Morbihan): etwa 30 Wohnwagen besetzten einen ehemaligen Campingplatz. Ein Gemeinschaftsmitglied räumte die Illegalität ein, fragte aber nach Alternativen.
- 18. Juni, La Crau (Var): das Verwaltungsgericht Toulon bestätigte die Räumungsverfügung für rund 350 Fahrzeuge. Die Präfektur will das Verfahren abschließen.
Reaktionen der Behörden
Die Maßnahmen reichen von Verhandlungen und vorübergehenden Vereinbarungen bis zu Klagen und Zwangsräumungen. In Toulouse kann die Räumung innerhalb von 48 Stunden nach richterlicher Entscheidung erfolgen. In Châteaugay plant die Gemeinde, Gebühren für Wasser und Landnutzung zu erheben. In Ploudaniel wurde eine dreiwöchige Regelung getroffen.