Auf Ibiza entwickelt sich eine widersprüchliche Situation mit illegalen Wohnwagen-Siedlungen. Eine Gerichtskommission traf zur Räumung einer Siedlung im Gebiet CAN Misses ein, in der seit Juli etwa 80 Menschen in Wohnwagen, Zelten und Hütten lebten. Bei Eintreffen der Kommission war die Siedlung fast leer: nur drei Personen waren noch beim Packen ihrer Sachen. Dies ist die sechste illegale Siedlung, die seit 2024 auf Ibiza geräumt wurde.
Gleichzeitig entgingen etwa 60 Bewohner von rund 30 Wohnwagen in der größten Siedlung Sa Joveria vorübergehend der Räumung, die die Behörden am Dienstag durchführten. Die Polizei teilte ihnen mit, dass das Räumungsverfahren noch nicht offiziell begonnen habe, aber in Zukunft stattfinden werde. Die Wohnwagen befinden sich in einer öffentlichen Dienstbarkeitszone, die sie vorübergehend schützt, obwohl lokale Vorschriften das Übernachten an öffentlichen Orten verbieten.
Die Bewohner, meist Spanier und Südamerikaner, planen nicht, bald auszuziehen, haben aber keine alternativen Unterkunftsmöglichkeiten. Eine Bewohnerin, Lucia, arbeitet als Reinigungskraft in einem Krankenhaus, aber ihr Gehalt reicht nicht für eine Mietwohnung; sie behauptet, in einem ausgestatteten Wohnwagen mit Wasser und Solarpaneelen besser zu leben als in einem gemieteten Zimmer für 1.000 Euro. Ein anderer Bewohner, Amaya, mietet einen Wohnwagen für 450 Euro pro Monat, günstiger als eine Wohnung. Zuvor hatte die Gemeinde die Bewohner aufgefordert, das Privatgrundstück bis zum 29. April zu räumen. Etwa 80 Menschen, darunter Elena Núñez, bitten um ein alternatives Grundstück und drohen andernfalls, die Wohnwagen auf die Straße zu bringen. Laut Rotem Kreuz gab es im Juli letzten Jahres auf der Insel 1.200 Menschen, die in 655 nicht standardmäßigen Unterkünften lebten.