Wir haben die wichtigsten Nachrichten zu Wohnmobilen, Campern und Vanlife vom 13. bis 19. April 2026 zusammengestellt. In dieser Ausgabe: Stellplatzverbot an der türkischen Küste, Ausbau des US-Werks des Elektro-Wohnwagenherstellers Lightship, Boom des jugendlichen Vanlife-Tourismus in Italien und in der Normandie sowie eine Festnahme mit 800 Kilogramm Haschisch in einem Wohnmobil an der spanischen Grenze.
Für Reisende zeigte die Woche drei Trends: Südeuropa verschärft den Druck auf wilde Stellplätze (Türkei, Spanien), Vanlife wird bei jungen Menschen zum Massenphänomen – die Hälfte der Mietkunden in Italien ist jünger als 35 Jahre – und der japanische und der amerikanische Markt driften auseinander: Japan setzt auf Kompaktheit und günstige Umbauten, die USA auf Elektro-Wohnwagen im Premiumsegment.
Gesetze und Verbote
Kumluca (Türkei): Die Gendarmerie hat Wohnwagenreisende vom Strand Aktaş in Mavikent vertrieben und sich dabei auf Probleme mit der öffentlichen Ordnung berufen. Die Räumung erfolgte trotz eines von der Gemeinde vorbereiteten alternativen Stellplatzes.
Almería (Spanien): Die Stadtverwaltung hat auf dem Gelände des ehemaligen Messeplatzes physische Barrieren errichtet und arbeitet an einer gesonderten Verordnung für Wohnmobile. Im Naturpark Cabo de Gata laufen parallel Räumungen wegen ökologischer Belastung.
Industrie
Colorado (USA): Der Hersteller von Elektro-Wohnwagen Lightship erweitert sein Werk um 4100 Quadratmeter – die Produktionskapazität wird sich vervierfachen, parallel werden Änderungen an zentralen Baugruppen des Modells vorgenommen.
HIRABO (Japan): Das Unternehmen stellte den kompakten Wohnmobil BOUKEN auf Basis des Suzuki Every vor – mit vereinfachtem Elektrosystem auf Basis einer tragbaren Batterie und einer Schlafgelegenheit von über 2,4 Metern Länge. Premiere ist auf der Messe in Kawasaki am 25. und 26. April.
Anker Japan: Der Hersteller portabler Powerstations hat den Solix Alternator Charger vorgestellt – ein Ladegerät, das über die Lichtmaschine des Fahrzeugs mit bis zu 800 Watt lädt. Der Preis liegt bei 89 990 Yen, Verkaufsstart war der 14. April.
Johannesburg (Südafrika): Dometic hat das Dachzelt Feather-Lite II vorgestellt – mit 49 Kilogramm Gewicht und einer Packhöhe von 32 Zentimetern eines der leichtesten auf dem Markt.
Europa: Der Test des Dethleffs Trend I 7057 EBL zeigte ein 7,4 Meter langes Wohnmobil mit einem Einstiegspreis unter 100 000 Euro und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen – ausreichend für die Führerscheinklasse B.
Moskau (Russland): Auf Drom wurde ein Wohnmobil auf Basis des Pick-ups „Trofim“ für 2,69 Millionen Rubel angeboten – ein 4,1 Meter langes Wohnmodul mit Dusche, Toilette, Küche und Solarmodul; der Umbau ist legalisiert.
Eröffnungen und Schließungen
Gifu (Japan): Der RV-Park „Kemono-michi Mori-no Hanare“ wurde eröffnet – ein exklusiver Waldcampingplatz für nur eine Gruppe pro Tag. Eine Nacht kostet ab 13 200 Yen, auf dem Gelände gibt es Toilette und Basisinfrastruktur.
Arnsberg (Deutschland): Im Ruhrtal wurde ein Stellplatz mit 20 Plätzen eröffnet – mit digitaler Buchung und fußläufiger Anbindung an die Altstadt. Nach Angaben der Behörden gibt es in Deutschland 1,9 Millionen zugelassene Wohnmobile und 72 000 neue Zulassungen im vergangenen Jahr.
Lebensstil
Italien: Laut Yescapa sind mehr als 50 Prozent der Wohnmobil-Mieter jünger als 35 Jahre, das Buchungsvolumen wuchs zwischen 2020 und 2025 um 480 Prozent. Kompakte Kastenwagen machen 33 Prozent der Flotte aus, die durchschnittliche Reise dauert vier bis sechs Tage.
Normandie (Frankreich): Die Zahl der Wohnmobil-Übernachtungen stieg 2025 um 28 Prozent – auf 262 000 Übernachtungen im Netz von Camping-Car Park. Der beliebteste Stellplatz am Mont-Saint-Michel verzeichnete 72 362 Übernachtungen.
Ost-Izu (Japan): Der Dienst Carstay stellte vier Wohnmobile als mobile Einsatzzentrale für das Rainbow Disco Club Festival bereit – die Fahrzeuge dienten als Büro, als Lager für die Technik und zur Unterbringung des Personals.
Japan: Auf der Automesse wurde der Suzuki Every in der Version „Puchi Camp“ gezeigt – ein einfacher Umbausatz, der den kommerziellen Kleintransporter in eine Basis für Übernachtungen verwandelt.
Lateinamerika: Das Büro ALMACÉN Arquitectura hat das Projekt Casa RV vorgestellt – ein 15 Quadratmeter großes Wohnmodul mit ausfahrbaren Sektionen, die den Raum von Schlafzimmer, Küche und Bad erweitern.
Spanien/Frankreich: Eine Rechnung zeigte, dass die Kosten für Kauf und Unterhalt eines Campers (rund 40 000 Euro plus 2000 Euro pro Jahr) 16 Jahren Hotelurlaub für ein Paar entsprechen, das 15 Tage im Jahr unterwegs ist.
Nach Regionen
Europa: Italiener entscheiden sich immer lauter für Vanlife – +480 Prozent Buchungen in fünf Jahren, in der Normandie +28 Prozent Übernachtungen, Dethleffs testet den Trend I unter 3,5 Tonnen. Südeuropa geht gegen wilde Stellplätze vor: Almería errichtet Barrieren, die Türkei vertreibt Wohnwagenreisende. Vorfälle: An der spanischen Grenze wurde eine Frau mit 800 Kilogramm Haschisch in einem Wohnmobil festgenommen, in Renningen versuchten Täter, Gasflaschen zu stehlen, und in Schaffhausen blieb ein Deutscher ohne Diesel liegen und sperrte den A4-Tunnel für 40 Minuten. Asien: Japan bleibt das Zentrum kompakter Lösungen – Anker brachte ein 800-Watt-Ladegerät für die Lichtmaschine heraus, HIRABO zeigte den BOUKEN auf Basis des Suzuki Every, in Gifu wurde ein Wald-RV-Park eröffnet, und Carstay band Wohnmobile in ein Festival ein. Amerika: Lightship vervierfacht seine Elektro-Produktion in Colorado, und in Ohio hat ein Tornado einen Campingpark in Hillsdale zerstört.
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